Mittwoch, 17. März 2010

Ach, Apple!

Oder: Wie schnell ein Unternehmen jegliche Sympathie verspielen kann.

Ich kam von Linux zu Mac OS X. Hatte ich anfangs noch etwas Schwierigkeiten damit, meinen Desktop nicht so beliebig konfigurieren zu können wie den unter Linux, so hatte ich mich doch schnell eingewöhnt. Und es begann die Geschichte einer großen Liebe.
Es war perfekt. Ich bekam das beste aus den beiden Welten Linux und Windows. Ein stabiles System, trotzdem professionelle Software im Grafik- und Publishing-Bereich. Eine richtg hübsche Oberfläche, trotzdem fast alle Programme aus der U*ix-Welt, falls ich sowas mal benötigte, BSD-Userland sei Dank. Alles, was man an Skriptsprachen so brauchen kann.
Und zusätzlich manch anderes Sahnehäubchen, das weder unter Linux noch unter Windows geboten wurde, wie etwa eine angenehme (!) objektorientierte Programmiersprache für das System samt professioneller Entwicklungsumgebung komplett umsonst, direkt ins System integriertes Farbmanagement.ohne Aufpreis und zumindest auf Amateurlevel gut nutzbare Programme für Fotoverwaltung/-bearbeitung und Videoschnitt.
Das alles hatte seinen Preis, aber für ein System, das mir all das bot, war ich gern bereit, den auch zu zahlen.

Apple selbst glänzte vor allem durch Innovation. Im Rahmen der DRM-Schlechtigkeiten der Anfangsjahre des musikalischen Online-Vertriebs war man der einzige, der den Unternehmen wenigstens halbwegs erträgliche Konditionen abtrotzte. Mit dem iPod und iTunes erschuf man ein einfaches, idiotensicheres System, das schnell Millionen Abnehmer fand und den Weg zur Markführerschaft in diesem Bereich ebnete.
Mit diesen Geräten konnte man Apple erstmals eine Gängelung der User vorwerfen. So wurde das iTunes-DRM Fairplay nicht an andere Hersteller lizensiert (abgesehen von Motorolas geflopptem iTunes-Handy), und die Player selbst waren stark eingeschränkt und beispielsweise nicht als Festplatte nutzbar. Damals war das aber noch verständlich: Warum sollte Apple andere am eigenen Erfolg mitverdienen lassen, wenn es auch so wunderbar funktionierte? War nicht gerade auch die Einfachheit der iPods ein Grund für ihren durchschlagenden Erfolg?
Ein weiterer Pluspunkt für Apple war, dass die Firma Design in die Computer- und Handywelt brachte. Zwar war es mir eigentlich immer egal gewesen, wie meine Geräte aussahen, solange gut funktionierten, aber mit Apple lernte ich eine gute Optik schätzen. Sie wird weiterhin nie ein Kaufgrund für mich sein, aber wenn ein Gerät neben guter Funktion auch noch gut aussieht, macht es die Nutzung einfach tatsächlich angenehmer.

Dann kam das iPhone. Ich erwartete es mit großer Spannung, denn damals schien Apple das einzige Unternehmen am Markt zu sein, das sich wirklich ernsthaft Gedanken um das User Interface machte. Wenn Apple ein Smartphone brachte – das konnte nur genial werden!
Entsprechend groß war dann zunächst die Enttäuschung. Das UI war zwar so gut, wie es zu erwarten gewesen war. Aber ein Smartphone, das „Applikationen“ nur in Form von Webapps bieten konnte? Für so viel Geld ein Gerät ohne UMTS? Das war indiskutabel.
Aber Apple lernte dazu. Mit der Vorstellung des iPhone 3G und des AppStore wurde das iPhone auch hierzulande zum echten Renner. Durch ganz absichtliche Einschränkungen fehlten immer noch wichtige Dinge wie Multitasking und damals auch Cut&Paste, aber auch ich war einfach nuir begeistert und besorgte mir gleich zum Erscheinungstermin mein iPhone 3G.
Damals bot der Markt nichts, was auch nur im Entferntesten dem iPhone geähnelt hätte. Niemand konnte Apple das Wasser reichen. Lagesensoren, Multitouch, jetzt endlich auch UMTS, der Verzicht auf eine Hardwaretastatur und die Einführung einer wirklich benutzbaren Bildschirmtastatur – all das war aufregend und begeisternd.
Dafür nahm ich, murrend zwar, aber doch, die Einschränkungen in Kauf, die Apple mir auferlegte. Das iPhone war nicht perfekt, aber es war um ein Vielfaches besser als alle anderen Smartphones. Nervig war und blieb aber, dass all die Einschränkungen nicht etwa systemimmanent waren, sondern ganz bewusst und mit Absicht von Apple so gestaltet wurden.

Mittlerweile sind fast zwei Jahre vergangen. Die Konkurrenz hat aufgeholt, wenn nicht sogar Apple überholt. An der iPhone-Front wurde von Apple nur das iPhone 3GS nachgereicht, das zu den langweiligen Updates gehört – außer mehr Tempo hatte es fast nichts Neues zu bieten. Es gab einige Updates von iPhone OS, aber revolutionäre Änderungen waren auch dort nicht zu verbuchen, sieht man von einigen Nachreichungen ab, die von Anfang an hätten selbstverständlich sein müssen.
iPhone OS 4.0 wird wohl bald vorgestellt werden, aber momentan sieht es so aus, als wäre Apple jetzt endgültig in der Position des Hinterherlaufenden – es wird wohl Multitasking geben, und sicher auch einige UI-Goodies, aber nichts Weltbewegendes. Letztlich schließt man also nur zur Konkurrenz auf.
Das will etwas heißen. Der große Innovator ist zur lahmen Ente geworden. Fast alles, was iPhone OS kann, kann Android auch, und mehr, weil es einfach offener ist. Jetzt rächt sich Apples User-Gängelung. Der Vorsprung ist aufgebraucht, der viele User dazu bewegte, sich das bieten zu lassen.
Zumindest in den Augen der Technikfreaks, die im High-End-Smartphone-Bereich natürlich eine gewichtige Rolle spielen, ist Apple nur noch einer unter vielen, und sicher nicht mehr der Beste. Die Attraktivität des iPhones ist geschwunden.
Da die Innovationen verblasst sind, fallen die absichtlichen Einschränkungen viel mehr ins Auge. Apple wirkt nicht mehr wie der große Technology Leader, sondern wie das etwas kleinkarierte Unternehmen, das seinen Usern mehr Beschränkungen auferlegt als alle anderen.
Und dann das: Apple verklagt HTC wegen Patentverletzungen. Bäh. Das ist widerlich.
Bislang war Apple nicht dafür bekannt, dass man andere verklagte. Apple war zuweilen Beklagter in solchen Prozessen und einigte sich meist schnell mit der klagenden Firma. Als Apple Ende letzten Jahres ankündigte, als Reaktion auf die Klage Nokias eine Gegenklage anzustrengen, war das natürlich verständlich.
Selbst geklagt hatte Apple meines Wissens bisher nicht. Warum auch? Als großer Innovator der Branche hatte man auch ohne den Rechtsweg einen Vorsprung, der komfortable Wachstumszahlen ermöglichte.
„Vorsprung durch Technik“ gewissermaßen, um einen alten Audi-Werbespruch zu zitieren.
Darauf basierte Apples Ruf. Ein Unternehmen, das einfach besser war als die anderen und deshalb zurecht die Marktanteile verschiedenster Märkte mmer weiter steigerte. Steve Jobs als etwas exzentrischer CEO, der es aber immer wieder schaffte, alles irgendwie richtiger zu machen als seine Kollegen und die Konkurrenz auf Distanz zu halten.
Das ist offenbar vorbei. Zumindest im Mobilfunkbereich sind die anderen mindestens gleichauf. Und plötzlich reagiert Apple wie ein trotziges Kind, dem jemand die Spielsachen weggenommen hat.
Steve Jobs wirkt auf einmal nicht mehr sympathisch, sondern wie ein arroganter Alleinherrscher mit aufgeblasenem Ego. Das war er schon immer, aber er hat genug richtig gemacht, dass man ihm das gerne verziehen hat. Wenn er aber anfängt, sich in die widerlichen Niederungen der Patenstreitigkeiten zu begeben, treten automatisch auch seine anderen negativen Eigenschaften deutlicher hervor – zumal „Apple vs. Google“ kürzlich schon als „Streit der Egos“ der beteiligten CEOs bezeichnet wurde.
So wenig ich selbst Flash mag (und brauche), Jobs' Äußerungen zum Thema wirkten in der letzten Zeit immer polemischer und substanzloser. Und das ist nur ein Beispiel.
Auf ganzer Linie scheint sich Apple darauf zu verlegen, andere anzugreifen statt selbst Innovationen zu liefern.
Das ist hässlich und nicht zuletzt sehr, sehr traurig. Von einem Unternehmen, dessen Produkte ich gerne und mit Überzeugung kaufte, ist Apple innerhalb sehr kurzer Zeit in meinem Ansehen auf ein Niveau gesunken, das das von Microsoft kaum noch übertrifft. Und das will etwas heißen.
Das heißt nicht, dass ich nie wieder Apple-Produkte kaufen werde. Weiterhin gibt es auf dem Desktop nichts, wofür ich mein Mac OS X würde eintauschen wollen. Auch beim Kauf eines Tablets oder Netbooks, der demnächst ansteht, mag es sein, dass das iPad das Rennen macht – je nachdem, was die Konkurrenz mit Chrome OS bis dahin zu bieten hat.
Die Wertschätzung, ja beinahe Verehrung, die Apple zeitweise von mir erfahren hat, hat Jobs aber spätestens mit der Klage gegen HTC gründlich verspielt.

Ach, Apple! Warum musstest Du so tief fallen?

Freitag, 12. März 2010

Sammelstelle für Android-Blogs: Androidblogs.de

Seit gestern gibt es Androidblogs.de, einen zentralen Newsfeed für deutschsprachige Blogs zum Thema Android. Die Android-Beiträge von Zottels Zeug sind seit ein paar Minuten auch dabei.
Auf diesem Wege ein herzlichen Willkommen an alle, die über Androidblogs.de mitlesen!
Das ist in jedem Falle eine sehr gute Idee, die unterstützenswert ist. So findet man die Android-Informationen an zentraler Stelle, wo man sich sonst durch viele Blogs wie meinen wühlen müsste, die außer Android noch viele andere Themen behandeln. So gehört sich das.

Sony Ericsson Xperia X10

Oh, da ist mir ein grundsätzlich interessantes Gerät völlig durch die Lappen gegangen: Das Sony Ericsson Xperia X10.
Das liegt vmtl. daran, dass es nach vielen Verschiebungen des Erscheinungstermins recht ruhig geworden war, um das Gerät. Aktuell gilt April/Mai als wahrscheinliches Datum, also etwa in dem Zeitrahmen, in dem auch das HTC Desire und evtl. das Nexus One auf den deutschen Markt kommen werden.
Was das Gerät für mich interessant machen würde, wäre vor allem das Display, das mit 4" eine knapp 8mm größere Diagonale aufweist als die 3,7"-Displays der Konkurrenz. Dafür keine OLED-Technologie, die ohne passendes Farbmanagement aber ohnehin eher für Falschfarben als für eine besonders gute Darstellung sorgt.
Zudem könnten echte drei Subpixel statt des PenTile-Displays von Nexus One und Desire für höhere Bildschärfe sorgen – falls es echte drei Subpixel sind; dazu habe ich bisher nichts gelesen. Andererseits drückt die klassische TFT-Technik in Verbindung mit dem größeren Display vmtl. auch die Akkulaufzeit.
Ein ganz anderer Punkt aber könnte hier zum Deal Breaker werden: Trotz des massiv hinausgezögerten Erscheinungstermins sieht es momentan so aus als würde das Gerät mit Android 1.6 erscheinen. Natürlich ist ein Update angekündigt, aber wenn schon das Release so lange dauert … ?
Nun ja.
Interessant ist dagegen wiederum die 8,1-Megapixel-Kamera. Ich wage zwar stark zu bezweifeln, dass die Optik so eine Auflösung überhaupt hergibt, und wie üblich beim allgegenwärtigen Megapixel-Wahn könnte die hohe Pixeldichte auf dem Sensor sogar zu schlechteren Ergebnissen führen, als das mit einem 5-Megapixel-Sensor bei gleicher Optik möglich gewesen wäre. Trotzdem könnte die Kamera die von Nexus One und Desire deutlich übertreffen, was ja auch nicht unbedingt schwierig wäre.
Ich habe das X10 jetzt jedenfalls auf dem Schirm. Wenn es innerhalb von ein oder zwei Wochen nach dem Erscheinungstermin der beiden HTC-Konkurrenten in Deutschland erscheint, werde ich es mir auf jeden Fall näher ansehen, bevor ich mich entscheide.

Ehrenwerte Viagraverkäufer

Manchmal kann Spam durchaus Unterhaltungswert haben. Der Absender einer Mail, die ich eben in meinem Spamordner gefunden habe, ist wunderbar:
Reputable Viagra Dealers <tovuze...9128@numericable.fr>

Donnerstag, 11. März 2010

Großer subjektiver Vergleich aller Smartphone-Systeme

In mittlerweile unzähligen Posts in diesem Blog habe ich immer wieder überlegt, wo die Vorteile und Nachteile aktueller Smartphone-Betriebssysteme und Handymodelle liegen, was für mich das richtige ist und wofür ich mich letztlich entscheiden soll.
Demnächst wird mir jetzt ein kleines Erbe ausgezahlt, da kann man sich dann mal ein bisschen was leisten, wo man normalerweise sparen müsste.
Da es also wohl schon recht bald soweit sein wird, sind die Optionen auf schon jetzt oder bald erhältliche Telefone eingegrenzt.
Den langen Artikel mit der Zusammenfassung aller Erkenntnisse aus den letzten Monaten gibt es nach dem Klick auf den Link – wegen des großen Umfangs des Artikels heute ausnahmsweise einmal wieder mit Sprung..

Montag, 8. März 2010

Neues zum Display von Nexus One und HTC Desire

Hier sind interessante angebliche Vergleichsbilder zu sehen zwischen der eingebauten Galerie des Nexus One und einer 3rd-Party-Galerie aus dem Android-Market zu finden. Hier noch ein direkter Link zu dem einen der beiden Bilder, das ich einer genaueren Untersuchung unterzogen habe.
Sollten die Tester bei DisplayMate lediglich Opfer schlechter Software geworden sein?
Natürlich ist das mit Vorsicht zu genießen – es ist ein Forumspost eines ganz neuen Mitgileds dieses Forums, das zudem die Bitzahlen durchenanderbringt (wenn, dann unterstützt die Android-Galerie 16bit und die andere Galerie etwas mehr).
Außerdem stellt sich die Frage, wie diese Bilder überhaupt entstanden sein sollen. Für reines Abfotografieren sind sie fast zu gut, und bei einem Screenshot würde ich eigentlich erwarten, dass man dann den Inhalt vor Konvertierung durch den Displaytreiber zu sehen bekommt, will sagen in ursprünglichen 24bit, nicht die runtergerechnete Version, die dann tatsächlich das Display erreicht.
Wie dem auch sei: Es fällt auf, dass beide Versionen gedithert sind, die schönere Version aber stärker.
Wenn man sich die Farbwerte im Bild einmal genau ansieht, findet man große Histogrammausschläge bei 64 Grünabstufungen und je 32 Blau- und Rotabstufungen – genau die 16 Bits also, die das Display realiter bieten soll: Je 5 (32 Farben) für Rot und Blau und 6 (64 Farben) für Grün.
Dass Zwischenstufen im Bild ebenfalls (deutlich weniger zahlreich) vorhanden sind, deutet dann doch auf eine wie auch immer geartete analoge Übertragung hin, etwa durch Abfotografieren.
Fazit ist also: Die Vergleichbilder scheinen tatsächlich von einem Display abfotografiert zu sein, das nur 16bit Farbtiefe bietet. Die schönere Version der 3rd-Party-Galerie zeigt, dass das gedithert gar nicht mehr so sehr auffällt, gerade bei der hohen Auflösung des Displays – außer in Farbflächen.
Außerdem wird klar, dass die Original-Google-Galerie deutlich andere Farben anzeigt. Besonders deutlich ist das an den roten Füßen des Androiden.
Das könnte bedeuten, dass die schreckliche Farbänderung („Optimierung“) ausschließlich durch die Galeriesoftware vorgenommen wird und nicht Teil der Displaytreiber selbst ist. Das wäre für mich eine extrem gute Nachricht, denn das würde bedeuten, dass mit der schlichten Wahl eines anderen Programms die Anzeigefehler halbwegs auszubügeln wären – zumindest teilweise, denn ohne Farbmanagement wird der große Gamut des AMOLED-Displays automatisch zu einer verstärkten Sättigung führen.
Fragt sich nur, wie es dazu kommt, dass die Anzeige der 3rd-Party-Galerie deutlich besser gedithert ist. Letztlich scheint das darauf hin zu deuten, dass Googles Galerie die Bilder selbst schon auf einen 16bit-Farbraum herunterrechnet, bevor sie dann an den Displaytreiber weitergegeben werden, und zwar ohne zu dithern. Das wäre eine durchaus seltsame Idee – aber vielleicht steckt ja der Wunsch dahinter, die Farben bestmöglich auf 16bit abzubilden, und das Dithering wurde aus Zeitgründen lieber seingelassen?
Wie auch immer – das klingt ganz gut. Mit 16bit Farbtiefe könnte ich notfalls leben. Mit massiver Farb„optimierung“ nicht. Wenn das nur ein zweifelhaftes Feature der Google-Galerie ist, muss ich sie ja nicht benutzen.
Bin gespannt, was sich da weiterhin ergibt.

Update: Ich hatte diesbezüglich auch an DisplayMate geschrieben. Hier die Antwort:
The Nexus One's built-in Browser, Gallery and other applications use the 16-bit interface. Readers have found other downloadable applications that appear to display 18 to 24-bit color, so it appears that Google has shipped the phone with incomplete software and presumably they will fix this problem soon. We've updated the articles to reflect this:
See http://www.displaymate.com/Nexus_iPhone_ShootOut.htm
And http://www.displaymate.com/Nexus_One_ShootOut.htm
Und tatsächlich, da steht es:
Readers have sent in screen shots from an Astro Image Viewer Application that don’t show these artifacts and appear to be 24-bit color, so presumably Google will correct this shocking problem soon. The primitive 16-bit display interface should be eliminated.
Aber: 24-bit Color? Die Screenshots von oben hatten zwar keine groben Abstufungen, waren aber immer noch gedithert und hatten nur 16-bittige Farbe.
Vielleicht hat BeRo recht, der in einem Kommentar unten das Open-GL-ES-Interface für die Farbbeschränkung verantwortlich macht. Möglicherweise nutzen beide Viewer dieses Interface, um hübsche Animationen auf den Schirm zu zaubern, der B&B-Viewer optimiert sie aber besser, indem er dithert?
Echte 24-Bit-Farbe auf dem Display wäre natürlich eine tolle Sache. Ich hoffe, dass sich das noch bestätigt.
Siehe auch: Schlechtes Display beim Nexus One

Donnerstag, 4. März 2010

Nexus One vs. HTC Desire

Ich will an dieser Stelle nicht die allgemein bekannten Spezifikationen der beiden Schwestermodelle herunterbeten, bei denen das HTC Desire leicht vorne liegt.
Was aber spricht abseits der reinen Hardware-Unterschiede für das eine oder das andere Telefon?
Das Nexus One hat einen ganz klaren Vorteil: Es kommt von Google selbst. Somit ist davon auszugehen, dass neue Android-Versionen immer sofort verfügbar sein werden.
HTC dagegen hat wohl zwar irgendwann versprochen, dass es immer und für alle Telefone jeweils die neueste Android-Version anbieten wird. Tatsächlich sieht es an dieser Front aber ziemlich mau aus, vor allem was die Zeiten betrifft, bis endlich alle HTC-Androiden mit dem neuen OS versehen sind. Falls ich nicht was verpasst habe (habe das bislang nicht so genau verfolgt), gibt es bislang offiziell kein einziges HTC-Telefon, das ursprünglich mit Android 1.x ausgeliefert wurde und schon auf 2.x hochgestuft wurde.
Das ist für mich ein wirklich großes Manko. Auf die HTC-eigene Sense-Oberfläche, so schön sie auch sein mag, kann ich dagegen getrost verzichten.
Insofern war bisher für mich klar, dass, wenn es denn eines der beiden Geräte sein soll, auf jeden Fall das Nexus One den Vorzug bekommen würde.
Dann kamen die Berichte über das schlechte Display des Nexus One. Und plötzlich sieht alles ganz anders aus.
Die Frage ist nämlich: Wird HTC sich für ein selbst vertriebenes Telefon eine bessere Display-Kalibrierung leisten? Andere Display-Treiber einsetzen? Auf Kontrastspreizung bis hin zu Bonbonfarben verzichten?
Möglich wäre es. Insofern warte ich mit Spannung auf die ersten direkten Vergleiche der beiden Geräte.
Und dann hat das Desire natürlich noch einen anderen, unschätzbaren Vorteil: Selbst wenn das Display sich ähnlich verhalten sollte wie das des Nexus One – ich kann in einen Laden gehen und mir ansehen, ob das für mich erträglich ist oder nicht.
Beim Nexus One habe ich diese Möglichkeit nicht. Klar, wenn es erst einmal in Deutschland erhältlich ist, könnte ich es bestellen und bei Nichtgefallen zurücksenden. Das ist aber einfach extrem unpraktisch, und ich scheue den damit verbundenen Aufwand – zumal die rechtliche Situation hier ohnehin ein wenig zur Grauzone wird, weil eine Rücksendung in diesem Fall eigentlich unbenutzt vonstatten gehen müsste. Sonst hat der Versender zumindest theoretisch ein Anrecht auf einen Ersatz der Wertverschlechterung.
So oder so: Ich werde mir das HTC Desire im Laden ansehen, sobald das möglich ist. Ich bin gespannt.