Freitag, 2. Oktober 2009

Ardipithecus: Ältester bekannter Vorfahre des Menschen

Anhand des jetzt vollständig dokumentierten Skeletts von „Ardi“, eines weiblichen Ardipithecus, wird klar, dass viele bisherige Annahmen über die Evolution des Menschen und speziell über die Trennung der menschlichen Linie von der Linie der Menschenaffen über den Haufen geworfen werden müssen.
Wie in den letzten Tagen bei verschiedenen Wissenschaftsnachrichten, u.a. bei wissenschaft.de, zu lesen und zu hören war, bringt Ardi neue Erkenntnisse, die bisher keiner erwartet hätte:

  • Schon sehr viel früher als bisher vermutet zeigen sich Elemente, die ein Alleinstellungsmerkmal des heutigen Menschen in der Natur sind; speziell der aufrechte Gang: Schon vor 4,4 Millionen Jahren war Ardipithecus dazu fähig, obwohl sich damals die Wälder noch nicht gelichtet hatten.
  • Gleichzeitig sind aber auch die Füße noch zu Greifwerkzeugen ausgebildet, so dass davon auszugehen ist, dass dieser Urahn des Menschen sich sowohl auf der Erde als auch auf Bäumen wohlfühlte.
  • Sowohl der Schimpanse als auch der Mensch weisen heute aber sehr deutliche Weiterentwicklungen der Extremitäten auf, passend zur jeweiligen Lebensweise. Daraus kann gefolgert werden, dass sich die Linien später trennten als bisher angenommen wurde.
  • Die männlichen Artgenossen zeigen keine vergrößerten Eckzähne, wie dies bei Menschenaffen üblich ist. Das deutet darauf hin, dass die Konkurrenz zwischen den Männchen nicht so ausgeprägt war und könnte ein Hinweis auf Monogamie sein.
Einige Medien versteigen sich sogar zu der Behauptung, die Männchen hätten sich um den Nachwuchs gekümmert (ob das von den Forschern selbst stammt oder von Journalisten hinzugedichtet wurde, weiß ich nicht). Auch wenn das natürlich nicht ausgeschlossen ist, geht diese Interpretation doch etwas sehr weit.
Ein sehr interessanter Fund jedenfalls. Tja, Lucy, Du bist nicht mehr die Älteste.

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