Mittwoch, 2. September 2009

Inglorious Basterds

Eigentlich wollte ich den Film ja gar nicht sehen. Die Vorschau, in der Brad Pitt von seinen Männern je 100 Naziskalps fordert, erschien mir doch etwas zu platt.
Dann bin ich doch mitgekommen, und ich habe es nicht bereut. Ein wunderbar unverkrampftes Werk des tiefschwarzen Humors präsentiert uns Tarantino hier, und wer derartige Späße verkraftet, kommt mehr als nur auf seine Kosten.
Ein fröhlich kichernder Hitler, der sich bei der großen Filmvorführung über abgeschossene Gegner freut, ist einfach urkomisch, zumal er gerade erst einen seiner Soldaten um einen Kaugummi gebeten hat.
Auch ansonsten lebt der Film stark von der absurden Übertreibung, nicht zuletzt in der Tarantino-üblichen Brutalität, die viele Szenen begleitet. Trotzdem hatte ich schon lange nicht mehr so viel Spaß im Kino.
Die nachdenklichen Untertöne fehlen aber ebenfalls nicht. Der amerikanische Anführer bleibt in seiner Brutalität nicht weniger ambivalent als sein Gegenspieler, der „Judenjäger“ Hans Landa. Tarantino geht nicht so weit, dass man als Zuschauer an irgendeiner Stelle des Films versucht wäre, sich auf die Seite der Deutschen zu schlagen, aber gut und böse sind, wie immer bei Tarantino, eigentlich nicht wirklich auseinanderzuhalten.
Der Film ist ein echtes Kunstwerk: Tiefschwarz, respektlos, spannend und unendlich komisch. Er sei allen, die diese Art von Humor lieben, wärmstens ans Herz gelegt.


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